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Interview mit Anja Fichtel zum Thema Nordic Walking

Anja Fichtel (geb. am 17. August 1968 in Tauberbischofsheim) ist eine deutsche Florettfechterin.




Die gelernte Bürokauffrau ist als 10-fache Deutsche Meisterin im Einzel, Trägerin des Silbernen Lorbeerblattes sowie 14-malige Medailliengewinnerin bei Olympischen Spielen eine der erfolgreichsten Fechterinnen weltweit.

 

Internationale Einzelerfolge:

1986 Gold WM Sofia

1988 Gold Olympische Spiele Seoul

1989 Silber WM Denver

1990 Gold WM Lyon

1996 Bronze EM Limoges

 

 

Interview mit Anja Fichtel

 

F: Die AOK startet dieses Frühjahr die große Nordic Walking Aktion „100.000 Schritte“ und Sie sind Schirmherrin. Nordic Walking ist der Trend 2005. Warum spricht die Sportart Ihrer Meinung nach so viele Menschen an?

 

Nordic Walking ist einfach zu lernen, es ist nur wenig Ausrüstung nötig und kann praktisch überall ausgeübt werden. Es ist ein Sport, der sowohl alleine als auch in der Gruppe betrieben werden kann. Der Sportler kann sich dabei in der Natur entspannen, findet einen Ausgleich zum stressigen Alltag und stärkt gleichzeitig seine Muskulatur.

 

F: Sie selbst sind ja ebenfalls begeisterte Nordic Walkerin. Wie haben Sie die Sportart für sich entdeckt, Frau Fichtel?

 

Während meiner aktiven Sportlerlaufbahn und auch danach war ich eine begeisterte Joggerin und wöchentlich 3 bis 4 Mal auf den Trimm-Dich-Pfaden meiner Heimatstadt anzutreffen. Nachdem ich die ersten Informationen über Nordic Walking gehört und gelesen hatte, habe ich diese zunächst für mich ausschließlich trendige Sportart ausprobiert.

Sehr schnell habe ich gemerkt, dass Nordic Walking mehr ist als Spazieren gehen, der Entspannungseffekt und die positive Wirkung auf Rücken und Schulter waren sofort spürbar. Gerade auch als Frau kann man noch Körperpartien trainieren, die dazu beitragen, sich wohl zu fühlen.

Heute genieße ich Nordic Walking und habe das Gefühl, dass mein gesamter Körper und die komplette Muskulatur viel mehr Spannung hat und ein weiterer positiver Nebeneffekt: Beim Nordic Walking lässt es sich trefflich nebenbei kommunizieren, seinen Gedanken nachhängen, ein Alltagsproblem abladen, ablaufen und die Figur formen.

Nordic Walking ist heute für mich eine viel komplexere Sport- und Bewegungstherapie und weniger einseitig als Jogging oder andere Fitnessprogramme und – natürlich – man ist an der frischen Luft.

 

F: Übergewicht wird mehr und mehr zu einem ernsthaften Problem unserer Gesellschaft. Eine Ursache dafür ist der bewegungsarme Lebensstil der meisten Deutschen. Sehen Sie Möglichkeiten wie man auch diese Menschen für den Sport begeistern kann?

 

Ich denke, Aktionen machen einfach Spaß und begeistern viele Leute zum Mitmachen. Ich finde es toll, dass die AOK eine Aktion ins Leben gerufen hat, mit der Menschen aktiviert werden, die ansonsten wenig sportliche Ambitionen haben. Deswegen bin ich gerne Schirmherrin der „100.000 Schritte“ geworden. Die Idee mit dem Schrittzähler hat mir besonders gut gefallen, der Schrittzähler sorgt für jede Menge zusätzlichen Spaß und motiviert außerdem.

 

F: 100.000 Schritte hören sich aber nach einer gewaltigen Herausforderung an. Überfordern sich da manche nicht?

 

Nein, vor Überforderung braucht keiner Angst zu haben. Wenn jemand eine Schrittlänge von 70 Zentimeter hat, sind das bei 100.000 Schritten 70 Kilometer. Verteilt auf acht Wochen ist das für jeden zu schaffen. Und die Belastung kann man beim Nordic Walking auch ganz einfach anpassen.

 

F: Über die Strecke die man auswählt?

 

Auch. Aber das tolle am Nordic Walking ist, dass jeder für sich selbst bestimmen kann, wie groß die Belastung sein soll. Je kräftiger man die Arme einsetzt, desto größer werden die Schritte und desto anstrengender wird der Bewegungsablauf. Wem es dann zu viel wird, der macht einfach kleinere Ausholbewegungen und reduziert so den Anstrengungsgrad. Außerdem haben wir das Motto „Walken und Talken“, mit dem sich niemand überanstrengt. „Walken und Talken“ ist eine einfache Faustformel, um im richtigen Belastungsbereich zu bleiben. Wer sich während des Sports noch gut unterhalten kann, belastet sich richtig. Wer außer Puste gerät, und sich mit dem Nordic-Walking-Partner nicht mehr unterhalten kann, muss das Tempo drosseln. Das ist für jeden Teilnehmer eine ganz einfache Orientierung. Darüber hinaus findet sich im Begleitbuch zur Aktion ein ausführliches Trainingsprogramm, das speziell für Einsteiger konzipiert wurde, wer sich daran hält, braucht vor Überforderung keine Angst zu haben.



Datum: 26.01.06
Autor:

VON: LANDESFEUERWEHRSCHULE




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